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Auftakt im Nissedal. Alpin, baby!

Eigentlich ist ja das Setesdal das berühmteste Klettergebiet Norwegens – zumindest, wenn man nach den Deutschen geht. Wir hingegen berührten unseren ersten norwegischen Fels im benachbarten Nissedal – eine goldrichtige Entscheidung! Das Tal ist touristisch deutlich weniger erschlossen und bietet genügend Plätze, um auch wildcampend unterwegs zu sein. Das ist in Norwegen schließlich grundsätzlich erlaubt, so lange man nicht auf Privatgrund steht und sich unauffällig verhält.

Obwohl es im ganzen Tal Klettermöglichkeiten gibt, ist das Haegefjell das beliebteste Ziel für Kletterer. Ein riesiger Felsblock, der von weitem wie ein umgefallenes, übergroßes Ei aus Granit aussieht. Seine rund 500 Meter hohen Wände sind von zahlreichen Routen durchzogen, die teilweise selbst abgesichert, teilweise geboltet sind und von sehr leicht bis sehr schwer reichen. Hier findet garantiert jeder etwas, um seine Kletterträume zu erfüllen – vorausgesetzt, man hat Freude an Platten, denn um die kommt man in kaum einer Route rum. Wer es jedoch bis oben schafft, wird mit einer großartigen Aussicht und einem malerischen Abstieg belohnt. Zunächst wandert man noch in karger Steinlandschaft, kommt später in das so typische Fjell, das von grünen Wiesen, Wollgras, kleinen Seen und einzelnen Baumgruppen durchzogen ist und erreicht unten den „Fairy Tail-Forest“, der seinen Namen durchaus zu Recht trägt. Ein großartiges Erlebnis. Und das Schönste: Hat man einmal den ersten Stand erreicht, gibt es keine Mücken mehr.

Quickfacts:

Übernachten: Wildcampen gut möglich, am Haegefjell WC vorhanden. Campingplätze am See Nisser.

Anfahrt: Ca. zwei Stunden von Kristiansand, ca. 3,5 Stunden von Oslo (über Drammen, Notodden, Flatdal, Seljord, Brunkeberg, Vrådal, Nordbygda)

Charakter: Vorwiegend plattiger, teils strukturierter Granit

Absicherung: Teils gebohrt, viel zum selbst absichern.

Kletterführer: Ga Telemark von Götz Wiechmann. Ca 23 Euro.

   
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